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Eine kulinarische Rundreise durch die Karibik

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Sonne, Puderzuckerstrände, tiefblauer Himmel und das Meer. Daran denken die meisten, wenn sie einen Karibik Urlaub Buchen. Es gibt dort aber noch deutlich mehr zu entdecken, besonders in den Kochtöpfen der zahlreichen Inseln. Dort vermischt sich karibische und europäische Küche und formt daraus kreolische Spezialitäten. Gewürzt wird das Ganze mit echter karibischer Lebensfreude. Begleiten Sie uns auf eine exquisite Rundreise durch die verschiedenen Küchen.

Anguilla – Wo Kochen zur Kunstform erhoben wird

Im Kochtopf von Daniel Le Guenan, Chefkoch im CuisinArt & Spa auf Anguilla, landen nur selbst geerntete Zutaten, darunter Tomaten, Rucola und Wasserkresse. Der Chef erntet das Gemüse selbst im hoteleigenen Gewächshaus, das erstaunlicherweise ohne Blumenerde funktioniert. Dem Gast werden hauptsächlich mediterrane Gerichte serviert, denen Le Guenan oft noch einen Spritzer kreolische Küche hinzufügt, um einen einzigartigen Gaumenkitzel zu erzeugen.

Nicht jeder mag im Hotel speisen. Haben Sie Appetit auf moderne karibische Küche, beispielsweise auf wirklich ausgezeichnete Garnelen im knusprigen Kokos-Limonen-Mantel, empfehlen wir das Restaurant Da Vida in der Crocus Bay. Vergessen Sie ihre Kamera nicht, denn hier genießen Sie außerdem eine der spektakulärsten Aussichten der ganzen Insel.

Auf der anderen Seite der Insel finden Sie das Tasty´s Restaurant mit seinem Starkoch Dale Charly. Dort probieren Sie entweder den gegrillten Hummer in Limonen-Knoblauch-Butter oder ein traditionell zubereitetes Snapper-Filet. Für diese beiden Gerichte reisen Menschen oft mehrere tausend Kilometer weit an.

Nach dem Essen lohnt sich ein Besuch der zahlreichen Strandbars an der Shoal East Bay. Dort werden Cocktails serviert, die Sie sonst nirgendwo finden. Besonders urig geht es in der Dune Preserve Bar zu. Bankie Banx, Eigentümer und außerdem ein populärer Musikstar auf Anguilla, hat das Gebäude selbst aus Treibholz zusammengezimmert. Trinken können Sie dort beispielsweise den sehr süßen Mango Baileys Bonanza. Ist Ihnen dieses Getränk zu süß, steigen Sie auf einen Klassiker wie Gin Fizz um.

Grenada – Gewürzmarkt der Superlative

Gewürze verleihen dem Essen seinen besonderen, oft unvergleichlichen Geschmack. Die zahlreichen Gourmet-Köche in der Karibik holen sich diese Gewürze hauptsächlich auf Grenada, genau gesagt auf dem Spice Market in St. George´s. Schon von weitem ist das Stimmengewirr der Kunden und Händler zu hören, die sich gegenseitig in der Lautstärke übertreffen möchten. Frauen in traditioneller Tracht bieten Nelken, Zimt, Lorbeerblätter, Pfeffer, Muskat und viele andere Gewürze an, die auf Grenada angebaut werden. Liebevoll verpacken sie ihre Waren in bunte Säckchen oder kleine Fläschchen, was auch die Souvenir-Jäger freut.

Auf Grenada werden mehr Gewürze angebaut als an jedem anderen Ort der Welt. Als Exportschlager gilt die 1843 aus Indien eingeführte Muskatnuss und auch die Muskatblüte (Macis). Verwendet werden diese Dinge hauptsächlich für Süßspeisen und Getränke, die Muskatnuss ist aber auch in Marmeladen und sogar Seifen zu finden. Den Gewürzmarkt finden Sie nahe der Granby Street, geöffnet hat er samstags.

Trinidad und Tobago – Im Schokoladenrausch

Kakao und die daraus hergestellte Schokolade hellen die Stimmung auf. Das ist biologisch bewiesen, der Stoff regt die Bildung der Hormone Dopamin und Serotonin an, die im Volksmund als „Glückshormone“ bezeichnet werden. Kein Wunder, dass die Einwohner von Trinidad und Tobago eine ansteckende Fröhlichkeit ausstrahlen.

Übrigens: So lange Sie nur den Kakao probieren, müssen Sie keine Angst vor dem Zahnarzt haben. Es enthält fast keinen Zucker. Der wird erst in der industriellen Fertigung hinzugefügt, beispielsweise bei der Schokoladenherstellung. Die Schokolade hat auf Trinidad und Tobago einen kräftigen Geschmack. Wie genau sie schmeckt, kommt auf das Anbaugebiet des Kakaos und die Plantage an. Die Kakaofrüchte der Tobago Cocoa-Plantage beispielsweise haben ein fruchtig-bitteres Aroma.

Generell findet der Anbau von Kakao hauptsächlich auf Tobago statt, einer klassischen Trauminsel, die förmlich nach Entspannen und Hängematte riecht. Feinste Edelschokoladen, für die Sie in Europa zum Teil das Hundertfache zahlen würden, probieren Sie aber besser auf der moderneren und zivilisierter wirkenden Insel Trinidad.

Jamaika – Edelkaffee, Ingwer und die einzigartige Ackee-Frucht

Drei Spezialitäten erwarten Sie auf dieser knapp 11.000 Quadratkilometer großen Insel: Ingwer darf in keinem jamaikanischen Essen fehlen. Hier wächst eine ausgezeichnete Sorte dieser Gewürzknolle. Ingwer hat einen positiven Effekt auf die Gelenke und das Immunsystem, außerdem verhindert er Muskelkater. Die auf Jamaika angebaute Sorte zeichnet sich durch ihr feines Aroma und einen großen Anteil an ätherischen Ölen aus.

Außerdem bietet Jamaika eine der edelsten Kaffeesorten der Welt, den Blue Mountain Coffee. Über 100 Euro pro Kilo sind die handgepflückten, schwarzen Kaffeebohnen wert. Ihr edler Geschmack beruht auf dem langsamen Wachstum der Kaffeekirschen und auf dem Wetter im jamaikanischen Regenwald. Besonders Nebel, Niederschlag und niedrige Temperaturen sind für die Kaffebohnen förderlich. Möchten Sie den Blue Mountain Kaffee direkt beim Hersteller probieren, schauen Sie im Old Tavern Coffee Estate vorbei, einem Familienbetrieb mitten in den Blue Mountains.

Die dritte Spezialität erhalten Sie im Restaurant Milles Fleurs in Port Antonio: Jerkfleisch mit Ackee und Salzfisch. Jerk ist würzig mariniertes Schweine- oder Hühnchenfleisch, das mit Yam (etwas ähnliches wie Kartoffeln) und einer scharfen Soße serviert wird, die vor langer Zeit hauptsächlich von Sklaven zum Würzen und Konservieren verwendet wurde. Die Ackeefrucht schmeckt ein bisschen wie Rührei, essen kann man nur den Samenmantel. Ungekocht und auch überreif ist die Ackeefrucht giftig! Machen Sie damit keine eigenen Küchenexperimente, nur die Einheimischen wissen wann und wie man sie perfekt und ohne Gefahr für den Gast zubereitet. Beides wird mit diversen Gewürzen, Tomaten und dem Salzfisch vermischt und gebraten.

Saint Lucia – Haute Cuisine trifft Hausmannskost

Hollywoodstars wie Harrison Ford und Morgan Freeman oder auch Millionäre wie Richard Branson schätzen das Besondere. Auf Saint Lucia kann es Ihnen passieren, dass ein Weltstar entspannt an Ihnen vorbeischlendert. Das klingt nach einem teuren Urlaub.

Speisen Sie im Restaurant Dasheene, das zum Ladera Resort gehört, bleiben Sie tatsächlich in Gesellschaft der High Society und bekommen es mit entsprechenden Preisen für das Essen zu tun. Kleiner Trost: Sie genießen dafür auch einen Blick auf die beiden erloschenen Vulkane im Süden der Insel.

Ähnlich luxuriös geht es im Restaurant Boucan mit seiner offenen Showküche zu. Das Lokal gehört zum weltberühmten Hotel Chocolat, das inmitten von Kakaopflanzen auf dem Robot Estate liegt. Ähnlich wie auf Tobago wird auch hier vor allem Kakao und Schokolade genossen. In Kursen lernen Sie die Herstellung von Schokolade unter fachkundiger Anleitung. Möchten Sie ihrem Körper etwas Gutes tun, gehen Sie in den Spa-Bereich und lassen Sie sich mit Kakao-Anwendungen verwöhnen.

Sie können aber auch mit einem kleineren Bankkonto hervorragend auf Saint Lucia speisen. Bodenständige, kreolische Hausmannskost zu halbwegs vernünftigen Preisen genießen Sie im Restaurant Aunt Debbie´s Place zwischen Laborie und Choiseul . Noch günstiger, aber keinesfalls schlechter, essen Sie im Castries Food and Craft Market, einer überdachten Speisegasse, die kreolisches Streetfood anbietet. Die Stände sind sehr sauber, Sie müssen hier keine Bedenken wegen schlechter Lebensmittelhygiene haben.

Martinique – Brotfrucht, Rum und Schokolade

Haben Sie schon mal flambierte Banane gegessen? Auf Martinique können Sie das jederzeit. Bananen werden dort auch frittiert, gebraten und gekocht. In vielen Restaurants werden sie als Gemüseersatz oder Beilage serviert. Natürlich finden Sie auch bei uns bekannte Süßspeisen wie Bananen-Split, hinzu kommen lokale Spezialitäten wie Banane Sucree und Banane Gros Michel. Die Banane entspricht auf Martinique quasi der deutschen Kartoffel, dementsprechend vielseitig wird sie in der Küche eingesetzt.

Das klingt etwas eintönig, aber wir reden hier nicht über irgendwelche Bananen. Die auf Martinique wachsende Sorte ist die weltweit beste und wurde mehrmals als „Geschmack des Jahres“ ausgezeichnet. Sollten Ihnen die Bananen nach zwei Wochen trotzdem zum Hals heraushängen, wechseln Sie in eines der zahlreichen Restaurants mit französischen Spezialitäten. Auch die Gerichte mit Brotfrucht sind empfehlenswert.

Natürlich stellt dieser kulinarische Streifzug nur einen groben Überblick dar. Jede Insel hat ihre eigenen gastronomischen Höhepunkte. Oft verwenden die Köche Gewürze, die nur in ihrer Region wachsen und dem Essen einen einzigartigen Geschmack verleihen. Haben wir Ihren Appetit auf mehr geweckt, buchen Sie am besten heute noch Ihre Reise in die Karibik.